Unerlässlich für systemrelevante Transporte von Lebensmitteln und Medikamenten: Kühlfahrzeug und Kühlauflieger – im Bild mit Thermo King-Kühlaggregaten (Bildquelle: Thermo King)

Wir sitzen mitten im zweiten Corona-Lockdown. Es war abzusehen, dass die Zahl der Corona-Infizierten im Herbst wieder drastisch zunehmen würde. Und damit rückt die Rolle der Logistik wieder in den Vordergrund. Wie im Frühjahr geht es auch im jetzigen Lockdown darum, vor allem die Versorgung von Supermärkten, Apotheken und Krankenhäusern aufrecht zu erhalten – Stichwort „systemrelevante Transporte“. Der Vorteil gegenüber dem ersten Lockdown im Frühjahr ist, dass wir nun über viel Erfahrung im Umgang mit der Krise haben. Zwar habe ich meine Zweifel, ob Endverbraucher wirklich dazugelernt haben, wenn ich etwa wieder die Klopapier-Hamsterkäufe sehe. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass die Logistik-Branche im B2B-Umfeld ihre Hausaufgaben gemacht hat. Denn die Logistiker haben ihre Lieferketten nun deutlich krisenfester gemacht und sind gut gerüstet für Bewältigung der zweiten Welle.

E-Cargobike des Berliner Herstellers ONOMOTION – prädestiniert für Home Delivery-Transporte von Lebensmitteln und Medikamenten (Bildquelle: ONOMOTION GmbH)

Mehr noch: immer mehr Speditionen und Transportunternehmen sehen die neuen Markt-Chancen, die sich aus der Corona-Krise ergeben. Dazu gehört der Boom der Home Delivery von Lebensmitteln und anderen Gütern des täglichen Bedarfs, die zumindest einem Teil der Logistikwirtschaft ein kräftiges Umsatzplus bescheren. Zudem ergeben sich vollkommen neue Geschäftsfelder, wie die Lieferdienste der Apotheken, die nun insbesondere Risikogruppen wie alten und vorerkrankten Menschen ihre Medikamente nach Hause liefern. Die Technik hierfür liefern zum Beispiel Firmen wie ONOMOTION mit ihren E-Cargobikes oder Ecocool mit Transport-Kühlverpackungen für die temperatursensible Ware.

Logistik-Branche in gestärkter Position

Die Corona-Krise hat der Logistik den Rücken gestärkt und einen Imagegewinn beschert. Denn Millionen Menschen haben spätestens im ersten Lockdown begriffen, wie wichtig es ist, dass Transportunternehmen die Lieferketten aufrechterhalten. Lkw werden auf der Autobahn nicht mehr nur als rollende Verkehrshindernisse gesehen, sondern als Versorger für die Städte und Gemeinden der Republik. Jetzt gilt es für Logistiker allerdings, in der Logistik-PR etwas aus dieser gestärkten Position zu machen und den Imagegewinn aktiv für die Eigenwerbung zu nutzen. Und dies nicht nur für sinnvolle Kampagnen wie die „Trucker Heroes“, an der sich zum Beispiel die Raben-Gruppe beteiligt. Sondern auch für die Etablierung neuer Geschäftsmodelle und Services, wie den besagten Apotheken-Lieferdienst auf der „letzten Meile“.

Impfstoff-Logistik als große Marktchance

Große Marktchancen ergeben sich auch durch die enorme logistische Herausforderung, neue Corona-Impfstoffe zeitnah und sicher von den Herstellern an die Krankenhäuser und Apotheken zu liefern. Hierfür wird nicht nur spezielles Equipment benötigt, wie z.B. Kühlcontainer, die z.B. Thermo King herstellt und aktiv bewirbt. Wesentlich ist auch der Aufbau von pharmakonformen Lieferketten und Logistik-Prozessen, um die Transportsicherheit für die hochsensible Medizin zu gewährleisten. Hierbei unterstützen Consulting-Spezialisten wie das Europäische Institut für Pharmalogistik (EIPL) die Branche. Das süddeutsche Beratungshaus steht Logistikern zur Seite, wenn es um den Einsatz von GDP-qualifizierten Fahrzeugen, Personalschulungen oder Qualitätsmanagement-Systemen geht.

Themen wie Pharmalogistik sind komplex und die Marketing-Kommunikation dazu auch im B2B-Bereich anspruchsvoll. Doch angesichts der enormen Marktchancen sollten Logistiker keine Gelegenheit ungenutzt lassen, mit Hilfe von spezialisierten Logistik-PR-Dienstleistern wie Press’n’Relations für ihre Dienstleistungen zu werben und ihre Fachkompetenz ins rechte Licht zu rücken.

 

Als Initiator des Logistikerblogs engagiert sich Bruno Lukas besonders im Thema nachhaltige City-Logistik. Für den gelernten Städteplaner mit einschlägiger Berufserfahrung in der Logistikbranche ist die Einführung umweltschonender Lieferketten ein Herzensanliegen. Er setzt sich für emissionsarme, leise Nutzfahrzeugtechnik ein. Aus seiner Sicht kann nachhaltige Logistik aber nur funktionieren, wenn „grüne“ Technik bezahlbar und in wirtschaftliche Prozesse mit fairen sozialen Standards eingebunden ist.